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Neue Ära der Krebstherapie – Experten erklären wie Patienten jetzt ihre Chancen nutzen

München, 10. April 2018: Experten des Tumorzentrums München und der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. diskutieren beim 7. Münchener Patiententag über neue Erfolge auf dem Gebiet der Krebstherapie: Am Samstag, den 14. April können sich Betroffene und Interessierte über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Ernährung, Sport, Komplementärmedizin und Psychoonkologie informieren. Die kostenfreie Veranstaltung findet von 10 bis 13 Uhr am Klinikum rechts der Isar, Hörsaal A, Ismaninger Straße 22, statt.

Die Erfolgsmeldungen der aktuellen Krebsforschung überbieten sich. „Vor allem im Bereich der personalisierten Krebsmedizin und der Immuntherapie wurden große Fortschritte gemacht“, betont Professor Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft. „In den letzten 15 bis 20 Jahren konnten wir die Sterberate von Krebspatienten um 20 Prozent senken – mehr als in jedem anderen Gebiet der Inneren Medizin. Neben der verbesserten Früherkennung haben auch die Änderungen des Lebensstils ihren Anteil daran“.

Die therapiebegleitenden Angebote befreien sich zunehmend aus ihrem Schattendasein. „Es liegt eine besondere Kraft in der richtigen Ernährung, sowohl präventiv, als auch während der Therapie“, erklärt beispielsweise Professor Volkmar Nüssler, geschäftsführender Koordinator des Tumorzentrums München. „Laut neuesten Studien sind 90-95 Prozent sind aller Tumorerkrankungen bedingt durch ungünstige Umweltbedingungen oder eine ungesunde Lebensweise. Neben Bewegungsmangel, Alkohol- und Tabakkonsum ist hier eine unausgewogene Ernährung ausschlaggebend. Heute weiß man, dass ein Drittel aller Tumorerkrankungen ernährungsbedingt sind“.

Immer mehr Patienten suchen neben der „klassischen“ auch den Rat der Komplementär-Medizin und der Naturheilkunde. „Schon 80 Prozent der Brustkrebspatienten nehmen das Angebot als begleitende Therapie in der Onkologie an“ weiß Facharzt für Neurologie und Arzt für Naturheilverfahren Wolfgang Doerfler, der im Tumorzentrum etwa zum Thema Cannabis berät. Dieser habe „momentan noch keinen festen Platz in der Tumortherapie. Lediglich um Nebenwirkungen wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Ängste zu lindern “ so Doerfler. „Es gibt jedoch begründete Hoffnung, dass sich dies in Zukunft ändern wird“.

Professor Michael Schoenberg, ehemals Chefarzt der Chirurgie und Ärztlicher Direktor, Rotkreuzklinikum München, hebt die Wirkung der Bewegung hervor: „Krebspatienten sollten heute bereits nach der Diagnose mit einem individuell angepassten bewegungstherapeutischen Training beginnen. Körperliche Aktivität kann nachweislich das Risiko eines Rückfalls verringern und die Heilungschancen erhöhen. Sie reduziert chronische Erschöpfung (Fatigue) und Nebenwirkungen z. B. einer Chemo- oder Antihormontherapie. Außerdem steigert sie die Leistungsfähigkeit und damit die Lebensqualität der Betroffenen.“

Auch die psychosoziale Krebsberatung spielt eine wichtige Rolle. „Etwa ein Drittel aller Krebspatienten entwickelt im Krankheitsverlauf psychische Störungen. In der Beratung durch einen geschulten Psychoonkologen lernen Betroffene, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen, Beschwerden zu reduzieren und neue Perspektiven für ein Leben mit Krebs zu entwickeln“, erklärt Diplom-Psychologe Markus Besseler, Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft.

Die Hoffnung auf Heilung treibt viele Patienten in den Informationsdschungel der neuen Medien. Der Patiententag steht daher bewusst unter dem Titel „Gesundheitsgespräch für Menschen mit Krebs“. Die Fragen der Patienten und deren Angehörigen werden ausgiebig mit den Experten diskutiert, Mythen entzaubert und Chancen dargelegt. Moderiert wird die Veranstaltung von Werner Buchberger, ehemaliger Leiter des Ressorts Gesundheit beim Bayerischen Rundfunk und Vizepräsident der Bayerischen Krebsgesellschaft. In kurzen Impulsvorträgen erfahren die Betroffenen in wenigen Stunden gebündelt, was sie selbst tun können, wo sie professionelle Hilfe finden und haben Gelegenheit zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Weitere Infos unter: www.bayerische-krebsgesellschaft.de und www.tumorzentrum-muenchen.de